Umstrittener Politiker: Boris Johnson – das ist der Mann, der die Briten aus dem Brexit-Chaos führen will

Written By: Linda Richter - Jul• 19•19

Er ist umstritten und Favorit auf das Amt des britischen Premierministers: Dass es Boris Johnson mit den Fakten nicht so genau nimmt, bewies er schon vor seiner politischen Laufbahn – und verlor deshalb sogar einen Job. Was Sie über den gebürtigen New Yorker wissen müssen. 

Nach rassistischen Tweets: „Dieses Land gehört uns allen!“ – So mitreißend wehrt sich AOC gegen Trumps Attacken

Written By: Kyra Funk - Jul• 16•19

In einer emotionalen Rede hat Alexandria Ocasio-Cortez sich zu den teils rassistischen Beleidigungen des US-Präsidenten gewehrt. Die 29-Jährige trat gemeinsam mit ihren demokratischen Parteikolleginnen vor die Presse. Trump hatte sie u.a. aufgefordert, in ihre vermeintlichen Herkunftsländer zurückkehren. 

Ständig müde: Die größten Energiekiller im Alltag – und was Sie dagegen tun können

Written By: Ilona Kriesl - Jul• 10•19

Sie fühlen sich müde und gerädert, doch wissen nicht warum? Wir stellen die häufigsten Energiefresser im Alltag vor - und erklären, was Sie gegen bleierne Müdigkeit tun können.

ZDF-Doku „Ich lebe positiv“: Corinne ist HIV-positiv: So haben Freunde und Kollegen auf ihr Outing reagiert

Written By: Ilona Kriesl - Jul• 09•19

Corinne weint. Es sind Abschiedstränen. Die 23-Jährige verlässt ihre Wahlheimat Fuerteventura und sitzt in einem Bus. Soeben hat sie sich von ihren Freunden verabschiedet. Sie starrt aus dem Fenster, während dicke Tränen über ihre Wangen laufen. Der Abschied fällt ihr schwer. Nach dem Abitur hat sie vier Jahre lang auf der spanischen Insel gelebt und in einem Ferienclub gearbeitet - erst in der Kinderbetreuung, dann im Büro. Sie hat neue Freunde kennengelernt und ihre erste große Liebe. Doch nun will sie sich neu positionieren - beruflich wie privat. Corinne ergeht es wie so vielen jungen Menschen in ihrem Alter, die erst lernen müssen, ihren eigenen Weg zu finden.

Corinne-Artikel 19.45hDoch Corinne ist anders - zumindest ein kleines bisschen. Die 23-Jährige ist HIV-positiv. Wahrscheinlich hat sie sich schon bei ihrer Geburt mit dem Erreger angesteckt. Als Corinne sechs Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter an Aids. Das junge Mädchen wandert von Pflegefamilie zu Pflegefamilie, ehe sie schließlich in Bayern in der Nähe des Chiemsees ein liebevolles Zuhause findet. Dort wächst Corinne auf, behütet, beschützt. Doch niemand soll von den Viren in ihrem Körper erfahren - zu groß ist die Angst vor Ausgrenzung. Mit 18 Jahren entschließt sich die junge Frau, an die Öffentlichkeit zu gehen. In der ZDF-Doku "Niemand darf es wissen" bricht sie 2015 ihr Schweigen. (Der stern berichtete)

Angst vor dem Alleinsein

Damals sagte Corinne: "Das Schlimmste an der Krankheit ist eigentlich nicht die Tatsache, dass ich eventuell sterben könnte, sondern einfach die Tatsache, dass wenn ich es jemandem sage, dann irgendwann alleine bin."

Fünf Jahre sind seit ihrem Outing vergangen. Hier setzt die aktuelle Doku "Ich lebe positiv - Corinne und ihr Schicksal HIV" an, die das ZDF heute Abend ausstrahlt. Haben sich Corinnes Ängste bewahrheitet? Und wie reagieren Freunde, Arbeitskollegen und später auch ihr Freund auf die Nachricht, dass sie HIV-positiv ist? 

AIDS 13.25Nach dem Abitur zieht Corinne nach Fuerteventura und beginnt, in einem Ferienclub zu arbeiten. Sie geht nun offener mit ihrem einstigen Geheimnis um und erzählt ihrem Arbeitgeber von der Krankheit, auch wenn sie dazu eigentlich nicht verpflichtet ist. Der Leiter des Clubs steht hinter Corinne, informiert seine Mitarbeiter und richtet eine Hotline für besorgte Gäste ein - eine reine Sicherheitsmaßnahme. Corinne nimmt Medikamente, die die Virenlast in ihrem Blut so stark drücken, dass keine Ansteckungsgefahr besteht. Die Therapie von HIV hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Zum Ausbruch von Aids, den Endstadium der Krankheit, muss es nicht mehr kommen. 

Doch das Outing löst nicht alle Probleme: Einige Mitarbeiter fremdeln mit Corinnes Art. Zeitweise fühlt sich die junge Frau wie eine Außenseiterin. Das ändert sich, als Corinne Alexis kennenlernt, ihre erste große Liebe. Der junge Spanier arbeitet als Barkeeper. "Ich mag an ihr, dass sie ein guter Mensch ist", sagt der 25-Jährige. "Sie ist immer ganz sie selbst."

Vertrauen und Verantwortung

Die Kamera ist dabei, als die beiden sich küssen, am Strand herumalbern und im Bett kuscheln. Corinne schätzt an Alexis, dass er ihr vertraut und keine Angst vor einer Ansteckung hat. "Das ist natürlich ein schönes Gefühl", sagt Corinne. Eine Ansteckungsgefahr besteht nur, wenn die Viren in ihrem Blut Überhand nehmen und die beiden ungeschützten Sex oder Blutkontakt haben.

Die junge Frau weiß auch, welche Verantwortung sie für die Gesundheit ihres Freundes hat. Sie muss ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Die beiden schlafen miteinander. Beim Safer Sex kann Corinne Alexis nicht anstecken.

Corinne und Alexis

Es gibt diese Momente in der Doku, die fast vergessen lassen, dass Corinne krank ist. Filmemacherin Maike Conway zeigt eine junge Frau, die gerne feiert, auf der Tanzfläche mitsingt und vielleicht ein bisschen zu viel Cola trinkt. HIV - war da was?

Es sind Momente, die diese Dokumentation zeigen muss. Denn sie entsprechen der Lebensrealität vieler HIV-Infizierter und beugen Vorurteilen vor. "Ich lebe positiv" setzt ein wichtiges Zeichen gegen Stigmatisierung und unrationale Ängste. Moderne Medikamente ermöglichen HIV-positiven Menschen ein fast normales Leben, auch wenn die Krankheit bis heute nicht heilbar ist.

Corinnes lässt sich ihr Leben nicht von den Viren in ihrem Körper diktieren. Sie macht Zukunftspläne und beginnt kurz nach ihrer Abreise in Fuerteventura eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Deutschland. Rückblickend, so sagt sie, habe sie "alles richtig gemacht". 

"Ich lebe positiv - Corinne und ihr Schicksal HIV" läuft heute Abend um 22.15 Uhr im ZDF. Die Folge gibt es auch bereits in der ZDF-Mediathek. Hier geht es zu der Sendung.

Nahrungsergänzungsmittel: Veganes Proteinpulver – pflanzliches Eiweiß als Ersatz für tierische Produkte

Written By: Anna Stefanski - Jul• 09•19

Die im Eiweiß enthaltenen Aminosäuren sind für viele Körperfunktionen essenziell, so auch für den Muskelaufbau. Ein Leistungssportler benötigt dadurch mehr Nährstoffe als jemand, der wenig bis gar keinen Sport treibt. Besonders beliebt in Sportlerkreisen sind daher sogenannte Whey-Proteine, die aus Molke gewonnen werden – und somit für Menschen ungeeignet sind, die keine tierischen Produkte zu sich nehmen wollen. Für sie gibt es jedoch ein passendes Nahrungsergänzungsmittel: veganes Proteinpulver .

Weniger Fett: Nahrungsergänzungsmittel auf Pflanzenbasis 

Im Gegensatz zu den Whey-Produkten, die aus tierischen Eiweißen hergestellt werden, besteht veganes Pulver mit hohem Proteingehalt aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen. Es kann u.a. aus Süßlupinen, Hanf, Erbsen, Reis als auch Soja gewonnen werden – dadurch enthält es weniger Fett und Cholesterin.

"Wer sich verstärkt mit Eiweiß aus Hülsenfrüchten und Soja anstatt aus tierischen Quellen ernährt, erkrankt seltener an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen", ist auch Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und der Berliner Charité Universitätsmedizin überzeugt.

Süßlupinen, Hanf, Erbsen, Reis und Soja imVergleich 

Süßlupinen (ca. sieben Gramm Fett und 40 Gramm Eiweiß): Sämtliche essenziellen Aminosäuren, die der Mensch zum Leben benötigt, stecken in der Süßlupine. Das Protein eignet sich nicht nur zum Muskelaufbau, sondern wird auch gerne beim Backen eingesetzt.

Hanf (ca. zwei Gramm Fett und 50 Gramm Eiweiß): Ähnlich ist es beim Hanfprotein: Auch hier sind alle wichtigen Aminosäuren enthalten sowie eine Vielzahl an Ballaststoffen. Hinzukommen gesunde Fette und Mineralien.

Erbsen (ca. fünf Gramm Fett und 80 Gramm Eiweiß): Im Falle einer Soja- oder Gluten-Unverträglichkeit ist das Erbsenprotein-Pulver die beste Wahl. Es soll nicht nur gut zu verdauen sein, sondern enthält viel Eiweiß.  

Reis (ca. zehn Gramm Fett und 80 Gramm Eiweiß): Reisprotein steht für eine noch bessere Verdaulichkeit und ist obendrein hypoallergen, reich an Proteinen und Vitamin E, dafür arm an Kohlenhydraten.

Soja (ca. ein Gramm Fett und 85 Gramm Eiweiß): Durch seine biologische Wertigkeit von ca. 80 Prozent ist Sojaprotein mit Rindfleisch vergleichbar. Somit ist es eine gute vegane Alternative zum tierischen Eiweiß.

Aufgelöstes Proteinpulver

Einfache Handhabung, vielfältig im Geschmack

Für gewöhnlich löst man das laktosefreie Proteinpulver in Wasser auf und trinkt es wie einen Shake. Alternativ kann das Pulver aber auch in einen Saft oder Smoothie gerührt werden – hier sollten Sportler allerdings bedenken, dass sie automatisch mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen.

In puncto Geschmack reichen die Sorten von bewährten Klassikern wie Vanille, Schokolade und Erdbeere bis hin zu neuen Kreationen wie Caramel Toffee Fudge, Cookies & Cream oder auch Matcha. 

Zuckerersatz reduziert die Kalorienanzahl

EU erlaubt Stevia in Lebensmit... Neuer Süßstoff zugelassen (1751103)

Anstelle von Zucker wird veganes Proteinpulver häufiger mit anderen Süßungsmitteln wie Stevia, Kokosblütenzucker, Sucralose oder Xylit versetzt.

Aus diesem Grund ist das pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel nicht nur beim Aufbau von Muskelmasse gefragt, sondern auch beim Abnehmen. Wichtig für den Konsument ist hier zu wissen, dass er im Falle eines Übergewichts nicht mehr Pulver zu sich nehmen sollte als normalgewichtige Menschen.

Das genaue Mischverhältnis als auch die richtige Dosierung (Protein pro Kilogramm Gewicht) werden auf der Verpackung erläutert.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung online

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Probleme im Referendariat: „Zwei Tage vor der Lehrprobe habe ich mich einweisen lassen“ – Lehrer erzählen von Depressionen

Written By: Amelie Graen - Jul• 07•19

Stefanie lag in ihrem abgedunkelten Schlafzimmer und versuchte aufzustehen. Sie konnte nicht. Die Motivation, die sie noch kurz nach ihrem Studienabschluss gehabt hatte, war verschwunden. So, als hätte es sie nie gegeben. "Es war wie ein Riesenberg, der sich vor mir auftat und von dem ich nicht wusste, wie ich ihn überwinden soll", versucht die Lehrerin ihre damalige Gefühlslage zu beschreiben. Während des Referendariats war es ihr tagelang unmöglich, ihr Bett zu verlassen, zur Schule zu gehen und zu unterrichten. Sie hatte Depressionen. Ihr Freund versuchte, sie zu motivieren, zunächst vergeblich. "Wir haben uns irgendwann eine Katze geholt, damit ich gezwungen war aufzustehen, um ihr Essen zu geben", sagt Stefanie.

So wie Stefanie geht es tausenden Referendaren und Lehrern in Deutschland. Das hat 2018 eine repräsentative Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ergeben. Die Studienleiter befragten mehr als 200.000 Erwerbstätige in Deutschland. Demnach leidet jeder zweite Lehrer unter Erschöpfungszuständen, 40 Prozent unter Kopfschmerzen, Nervosität und Reizbarkeit, 35 Prozent unter Schlafstörungen. 

Schon 2006 kam die seitdem oft zitierte Potsdamer Lehrerstudie mit 16.000 befragten Lehrern zu dem Ergebnis: Die Burnout-Rate von Lehrern und Erziehern ist mit 29 Prozent höher als in allen anderen Berufen. Seitdem hat sich offenbar wenig verbessert. Vor allem das Referendariat, der Wechsel von der Theorie in die Praxis, stellt angehende Lehrer vor große Herausforderungen. Auf einmal sollen sie vor Klassen unterrichten, in denen oft Jugendliche sitzen, die nur wenig älter sind als sie selbst. Etwa jeder siebte bricht das Referendariat ab. Einer davon ist Nico.

"Mein Referendariat hat mir die Freude am Leben genommen" 

"Ich habe während meines Referendariats die Freude an allem verloren, die Freude am Leben", sagt Nico, 26. Seine schweren Depressionen begannen so schleichend, dass er sie zunächst nicht bemerkte, vielleicht auch nicht wahrhaben wollte. Erst arbeitete er zu viel, dann auch in seiner Freizeit, bis er irgendwann nur noch an die Unterrichtsvorbereitungen dachte – und daran, was passieren würde, wenn er versagte. Wie Stefanie sagt auch er: "Ich konnte nicht mehr aufstehen." Unterricht psychische Gesundheit, 20.50

Nico, eigentlich ein leidenschaftlicher Sportler, machte während seines Referendariats gar keinen Sport mehr. Schon einfachste Alltagsaufgaben raubten ihm die Kraft, die er ­– so glaubte er – für seine bevorstehende Lehrprobe brauchte. Die Angst, keine perfekte Unterrichtsstunde abzuliefern, war es, die ihn letztendlich in die Psychiatrie trieb. Nico fühlte sich seit Wochen alleingelassen und überfordert. Sein Referendariat absolvierte er an einem Gymnasium in Schleswig-Holstein. Dort ist es üblich, gleich zu Beginn ohne weitere Hilfe vor Klassen zu unterrichten. Etwas, das die angehenden Lehrer aus ihrem Studium nicht gewohnt sind. Die abzuliefernde Lehrprobe stellten sich Nicos Seminarleiter als perfekte Unterrichtsstunde vor.  Nico war wochenlang mit der Vorbereitung beschäftigt, aber die Angst zu scheitern blieb. 

"Ich hatte stark abgenommen und den Appetit verloren. Nach der Schule musste ich mich erst mal hinlegen, weil ich so fertig war. Ich war nicht mehr in der körperlichen und psychischen Verfassung, weiter zu unterrichten." Als Nico nicht einmal mehr die Kraft fand, sich etwas zu essen zu machen, wusste er, dass er handeln musste. 

"Freitag war die Lehrprobe, zwei Tage vorher habe ich mich einweisen lassen", sagt er. "Ich war am Ende. Ich hatte Angst, in die Schule zu gehen. Stattdessen ging ich in eine psychiatrische Klinik."

"Es ist wichtig, sich nicht über Leistung zu definieren"

Nico blieb drei Monate dort. Heute weiß er: Er ist einer der Referendare, die alles perfekt machen wollen, zu perfekt. Ein Fehler, der angehende Lehrer im schlimmsten Fall in die Depression führen kann, sagt Dirk Lehr, Professor für Gesundheitspsychologie an der Universität Lüneburg. Er hat viel zu diesem Thema geforscht und Studien anderer Autoren ausgewertet. Lehr hat sogar ein Anti-Stress-Training speziell für Lehrer entwickelt, das ihre Psyche stärken soll. Dabei bemerkte er, dass viele der jungen Lehrer zu Perfektionismus neigen. Deshalb, betont Lehr, sei es wichtig, sich nicht über seine Leistung zu definieren. 

"Man muss verstehen, dass nicht immer alles zu 100 Prozent perfekt sein muss. Es ist auch in Ordnung, wenn mal ein paar Sachen dabei sind, die nur okay laufen, die schlecht sind. Es dürfen auch mal 70 Prozent sein", sagt er. Menschen wie Nico sollten sich laut dem Professor Grenzen setzen. Sich sagen: "In zwei Stunden möchte ich mit dieser Unterrichtsvorbereitung fertig sein. Und wenn es dann nicht perfekt ist, dann ist es eben so. Betroffene müssen lernen, das nicht Perfekte auszuhalten."  

"Die Leute vergessen, dass wir die Kinder erziehen, die später wählen und niemanden ermorden sollen"

Aber es ist nicht nur falscher Perfektionismus, der Referendare in die Depression treibt. Stefanie zog ihr Referendariat durch. Auch, weil ihre Mutter drohte, sie in eine Klinik zu stecken. Viereinhalb Jahre sind seitdem vergangen. Heute ist sie Gesamtschullehrerin für Mathe und Chemie. Damals war sie 24, seit zwei Monaten Referendarin. Bei ihr war es vor allem der Druck, das schlechte Betreuungsverhältnis und teils katastrophale Zustände in ihrer Schule, die ihr zusetzten. Mittlerweile geht es ihr besser. Besser, aber nicht gut. Depression ist keine Krankheit, die mit einem Mal weg ist. "Man hat nur gelernt, auf die Vorzeichen zu achten", sagt Stefanie. "Ich bin noch keine 30 und fühle mich jetzt schon ständig überarbeitet und ausgelaugt. Ich schlafe viel zu wenig, mein Sozialleben leidet. Ich habe Freunde verloren, mittlerweile auch meinen Freund. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte." 

Natürlich weiß sie, dass es Berufe mit einer noch viel höheren Arbeitsbelastung gibt. "Aber die Leute vergessen, dass wir die Kinder erziehen, die später wählen und niemanden ermorden sollen. Das muss ein Bankmanager nicht." An ihrer ersten Schule hätten viele Schüler schwere Verhaltensstörungen gehabt.

"Man muss den Studenten an der Uni Werkzeuge an die Hand geben, wie sie überleben" 

"Kaum jemand weiß, wie sich das anfühlt als junge Frau, wenn ein zwei Köpfe größerer Junge zu dir sagt: 'Sie haben mir gar nichts zu sagen und Sie sind eine Scheiß-Lehrerin!' Mein Selbstbewusstsein war am Boden. Man muss den Studenten an der Uni mehr Werkzeuge an die Hand geben, wie sie überleben. Und ich meine damit wirklich überleben." Freundin mit Depressionen 1230

Hinzu kam bei Stefanie, dass ihre Seminarleiterin während ihres Referendariats kaum Zeit für sie hatte, weil sie selbst Vollzeit arbeitete, nebenbei Mutter war und 17 weitere Referendare betreute. Ein Problem, das auch Nico kennt. Einige Referendare würden sich vor ihren Seminarleitern fürchten oder fühlten sich alleingelassen. Nico erzählt von einem Referendar aus seiner Heimatstadt, der sich umgebracht hat. "In seinem Abschiedsbrief hat er seinen Seminarleiter mit dafür verantwortlich gemacht", sagt Nico.

Er selbst möchte niemanden für seine Krankheit verantwortlich machen. Er weiß, dass es bei ihm nicht nur das Referendariat war, das ihn in die psychiatrische Klinik getrieben hat. Nico vermisste seine Freundin, die in Portugal lebte und kannte kaum jemanden in der Stadt, in die er für er den Job gezogen war. Aber er ist überzeugt, dass es ohne das Referendariat nie so schlimm geworden wäre. Für Referendare würde er sich wünschen, dass sie mehr Unterstützung von anderen Lehrern bekommen, sich mehr ausprobieren dürfen und mehr wertgeschätzt werden.

"Wertschätzung des Vorgesetzten funktioniert wie ein Schutzschild gegen Depressionen" 

Auch Dirk Lehr betont, welche wichtige Rolle die Anerkennung und Wertschätzung durch Vorgesetzte spielt. "Wenn Menschen in einem Umfeld arbeiten, in dem sie viel Anerkennung und Wertschätzung erhalten, wirkt das wie ein Schutzschild gegen Depressionen", sagt er. Genau das fehle Referendaren und Lehrern wie Stefanie oder Nico, die von Schülern teils schlecht behandelt und von Vorgesetzten zu wenig unterstützt wurden. Lehrerinnen 8.45

Bei Nico war es vor allem die Lehrprobe, die ihn depressiv werden ließ. Heute weiß er: "Die Lehrprobe ist ein Schauspiel. Das ist lächerlich. Diese eine Probestunde kostet 30, 40 Stunden Vorbereitungszeit und dient nur dazu, dem Seminarleiter etwas vorzuspielen." Seine Hoffnung ist, dass die Lehrprobe irgendwann ihren eigentlichen Sinn zurückerhält: den Kindern etwas beizubringen und nicht, es dem Seminarleiter möglichst recht zu machen. 

Nico und Stefanie haben mittlerweile unterschiedliche Wege gefunden, mit ihren Depressionen umzugehen. Nico hat sein Leben nach seiner Therapie komplett verändert. Er ist nach Portugal zu seiner Freundin gezogen und hat sich selbstständig gemacht. Nun bietet er Touren durch Portugal für Touristen an.

"Lehrer brauchen eine praxisnähere Ausbildung" 

Stefanie entschied sich trotz allem dazu, Lehrerin zu werden. Eigentlich möge sie die Arbeit mit den Kindern ja, sagt sie. "Sie wachsen einem halt ans Herz." Auch wenn sie zugibt: Es ist auch Angst, die sie in dem Beruf hält. Angst, dass es in der freien Wirtschaft noch schlimmer zugehen und dass sie weniger verdienen könnte. 

Für angehende Lehrer wünschen sich beide vor allem eines: ein Studium, das praxisnäher ist und besser auf die Realität an Schulen vorbereitet. 

"Ich hatte in der Uni weder gelernt, wie man Unterricht effektiv und mit wenig Zeitaufwand plant noch wie ich mit den ganzen sozialen Problemen umgehen soll", sagt Stefanie. "Heute, nach fast viereinhalb Jahren, weiß ich das natürlich alles. Damals hat mich das so verzweifeln lassen, dass ich nicht mehr aufgestanden bin."

Quellen: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Potsdamer Lehrerstudie

Haben Sie suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym und rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter: 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Auch ein Austausch per Chat oder E-Mail ist möglich.

Grenze zu Mexiko: Alexandria Ocasio-Cortez besucht mit Delegation Flüchtlingslager: Frauen sollen aus Toilette trinken

Written By: Dieter Hoß - Jul• 02•19

Der Vergleich der US-amerikanischen Flüchtlingslager an der Grenze zwischen den USA und Mexiko mit den Konzentrationslagern der Nazis hat der jungen US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez massive Kritik eingebracht. Ein 93-jähriger Holocaust-Überlebender, der die 29-Jährige zu einem Besuch der Gedenkstätte des KZ Auschwitz einlud, forderte in US-Medien, AOC - wie sie auch kurz genannt wird - sollte aus dem Kongress entfernt werden, da sie "Anti-Semitismus, Hass und Dummheiten" verbreite. Doch die Neu-Abgeordnete bleibt bei ihrer Auffassung. Erst recht, nachdem sie am Montag (Orstzeit) mit einer Delegation der Demokraten ein Auffanglager in Texas besucht hat. Nicht nur Ocasio-Cortez zeigte sich danach entsetzt über die Zustände.AOC vergleicht US-Lager mit Konzentrationslagern 17.34

"Wenn du Wasser willst, dann trink doch aus der Toilette." Das habe ein Wachmann an der Grenze einer durstigen Frau gesagt, die die demokratische Delegation während ihres Besuchs getroffen hatte, twitterte die kalifornische Abgeordnete Judy Chu. Das sei dasselbe Wachpersonal, das gewählten Mitgliedern des Kongresses angedroht habe, sie mit Burritos zu bewerfen. Chu spielte damit auf einen Bericht von "ProPublica" an, demzufolge Grenzbeamte in einer geheimen Facebook-Gruppe entsprechend gedroht, Witze über den Tod von Migranten und geschmacklose Bildmontagen gepostet hätten, die Ocasio-Cortez beim Oralsex in einem der Lager zeigen sollen.

Ocasio-Cortez kommentierte gegenüber Reportern wutentbrannt die Aufforderung, aus der Toilette zu trinken: "Das haben die gesagt, obwohl sie wussten, dass Kongress-Abgeordnete da sind. Das halten die also für ein vorzeigbares Verhalten!" Ihre Beschwerde bei den Vorgesetzten sei aber auf taube Ohren gestoßen, twitterte die Demokratin. Auch, was das aggressive und sexuell provozierende Verhalten ihr gegenüber betreffe. Die Wachleute stünden unter Stress und würden daher manchmal überreagieren, habe es geheißen, so die Politikerin. Rechenschaft müssten diese nicht ablegen. "Ich habe jetzt das Innere dieser Einrichtung gesehen", bilanzierte AOC in einem weiteren Tweet - wohl nicht zuletzt in Richtung ihrer Kritiker.Alexandria Ocasio-Cortez AOC Instagram Post 15.32

Alexandria Ocasio-Cortez: "Kein Kind sollte zum Wohl eines anderen leiden"

In einem Statement vor Journalisten fasste die Kongress-Abgeordnete ihre Eindrücke vom Besuch zusammen: "Was wir heute gesehen haben, war unzumutbar. Kein Kind sollte jemals von seinen Eltern getrennt werden. Kein Kind sollte jemals von seiner Familie getrennt werden. Keine Frau sollte jemals eingepfercht werden, wenn sie keinem anderen menschlichen Wesen ein Leid zugefügt hat. Sie sollten Wasser bekommen und ihnen sollten die grundlegenden Menschenrechte gewährt werden. Und der Gedanke, dass wir zwischen Menschen wählen müssten, ist eine falsche Vorstellung. Kein Kind sollte jemals zum Wohl eines anderen leiden. Diese Argumentation werde ich niemals akzeptieren."

Der texanische Abgeordnete Joaquin Castro berichtete ebenfalls via Twitter von seinen Eindrücken - vor allem aus dem Flüchtlingslager von El Paso. "Viele [Frauen] berichteten, sie hätten sich seit 15 Tagen nicht waschen können. Einige wurden von ihren Kindern getrennt, manche wurden schon seit 50 Tagen festgehalten. Andere beschwerten sich, sie hätten keine Medizin bekommen, auch nicht gegen Epilepsie", berichtete er. In einer Zelle seien Kubanerinnen festgehalten worden, einige davon Großmütter, - mit einer Stahl-Toilette, aber ohne fließendes Wasser, um zu trinken oder sich wenigstens die Haare zu waschen. "Unser Grenzschutzsystem ist kaputt", resümierte Castro, "und ein Grund dafür, dass es so kaputt bleibt, ist, dass es geheim gehalten wird. Das amerikanische Volk muss sehen, was hier in seinem Namen geschieht."

Die Visite der Demokraten in den Auffanglagern fand vor dem Hintergrund statt, dass US-Präsident Donald Trump ein Gesetz unterzeichnet hat, das 4,6 Milliarden US-Dollar (4,04 Milliarden Euro) für die Bekämpfung der humanitären Krise an der Grenze zu Mexiko bereitstellt. Bei der Unterzeichnung im Weißen Haus sagte Trump am Montag, nun müssten Demokraten und Republikaner im Kongress sich auf ein Gesetz zur Grenzsicherung einigen, "und wir können das Problem an unserer Grenze ganz lösen". Die Zahl der illegalen Grenzübertritte sei in der vergangenen Woche gesunken. Trump dankte Mexiko dafür. Mexiko hat Tausende Soldaten an die Grenzen zu Guatemala und zu den USA geschickt.

Nach dem republikanisch dominierten Senat hatte am vergangenen Donnerstag auch das mehrheitlich demokratische Repräsentantenhaus das Paket mit den Milliardenhilfen verabschiedet. Die Entwicklung gilt als Niederlage für die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Sie wollte der Regierung eigentlich strengere Auflagen bei der Unterbringung von Migrantenkindern auferlegen, konnte sich dabei aber nicht gegen die Republikaner und einige Mitglieder ihrer eigenen Partei durchsetzen. 

Quellen: Alexandria Ocasio-Cortez, Judy Chu, Joaquin Castro"The Hill", "NowThisNews", "Pro Publica", DPA

Postengeschacher in der EU: Darum ist eine EU-Kommissionschefin von der Leyen eine Ohrfeige für alle Wähler

Written By: Dieter Hoß - Jul• 02•19

Versuchen wir eine kleine Analogie: Nach der letzten Bundestagswahl findet sich Angela Merkel als Bundestagspräsidentin wieder - laut Staatshierarchie formal eine Stufe höher als ihr aktuelles Amts als Bundeskanzlerin. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wird ihr Stellvertreter. Und wie aus dem Nichts küren die 16 Ministerpräsidenten einen eigentlich gescheiterten Bundesminister - sagen wir: Ex-Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) - zum Kanzler. Der Bundestag muss nur noch zustimmen. Klingt absurd? Ist es auch! Aber ist es wirklich so fern von dem, was uns die EU nach tagelangem Geschacher mit Ursula von der Leyen als Nachfolgekandidatin von Jean-Claude Juncker vorsetzt?Von der Leyen als Kommissionschefin im Gespräch_15.45Uhr

Im Grunde nicht - obwohl auch dieser Vergleich natürlich hinkt. CSU-Mann Manfred Weber war Spitzenkandidat der Konservativen und wird nun (vorüberghend) Parlamentspräsident. Sein Kontrahent, der Sozialdemokrat Frans Timmermanns, wird Stellvertreter der neuen Kommissionspräsidentschaft. Und die Runde aus Staats-, Regierungs- und EU-Chefs - als Europäischer Rat bekannt - setzt uns die eigentlich gescheiterte deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als neue EU-Kommissionspräsidentin vor. Das EU-Parlament muss das nur noch bestätigen. Klingt komisch? Soll aber so kommen.

Ursula von der Leyen - wie "Kai aus der Kiste"

Da fragt man sich: Was geht eigentlich in den Köpfen der europäischen Politiker vor? War da nicht vor ein paar Wochen eine Europawahl mit gestiegener Wahlbeteiligung? Wurde da nicht der neu erwachte europäische Geist besungen? Wurde da nicht das Ausbremsen der rechtsnationalen Eurospkeptiker gefeiert - auch wenn bei Licht betrachtet höchstens das Allerschlimmste verhindert werden konnte? Und haben wir nicht ein Parlament gewählt mit zwei eigens bestimmten Spitzenkandidaten - nämlich Weber und Timmermanns -, die der jeweiligen Politik ein Gesicht geben sollten? Ja, das war alles so. Aber der ganze Wahlkampf, das Anargumentieren gegen die Anti-Europäer und vor allem das Wahlergebnis selbst - alles für die Katz'. Klingt undemokratisch? Ist es auch.Nigel Farage kehrt bei EU-Hymne den Musikern den Rücken zu_16.10Uhr

Man kann ein hohes Amt wie die Präsidentschaft der EU-Kommission, gerne auch als EU-Regierungschef verbrämt, kaum mehr beschädigen als nach tagelangem Posten-Poker eine Kandidatin wie Ursula von der Leyen ernsthaft als "Lösung" aus dem Hut zu zaubern. Eine Ministerin, die angesichts des Gorch-Fock-Desasters, abstürzenden Flugzeugen und Hubschraubern, im Gros nicht einsatzbereiter Gerätschaft, ständiger Pannen der Regierungsflieger, Kostenexplosionen und vor allem dubioser Beraterverträge bei der Bundeswehr im Grunde gar nicht mehr im Amt sein dürfte. Da sollen eher zwei Probleme mit einem Schlag gelöst werden: Deutschland wird diese Ministerin los und die größte Fraktion im EU-Parlament (die konservative EVP) kriegt den Chef-Posten in der Kommission. Das Schlimmste dabei: Die Schacherer geben mit solchen Manövern ausgerechnet all' denen auch noch recht, die die eigentlich großartige europäische Idee fatalerweise zum Teufel wünschen. Klingt erschreckend? Genau das ist es!

Parlament hat das letzte Wort

Immerhin: Die EU-Parlamentarier, so ist zur Stunde zu hören, wollen sich offenbar nicht auf der Nase herumtanzen lassen und machen Front gegen von der Leyen. Das sind übrigens die Leute, die wir bei der Europawahl gewählt haben. Im Gegensatz zu irgendeiner Ministerin aus Deutschland.

Fatale Mutprobe: 34-Jähriger soll Gecko verputzt haben – zehn Tage später versagen seine Organe

Written By: Jan Sägert - Jul• 02•19

Nachdem er auf einer Party einen Gecko verspeist hatte, ist ein Familienvater im australischen Bundesstaat Queensland qualvoll gestorben. Sechs Monate nach seinem Tod suchen seine Familie und Freude noch immer nach Antworten auf die Frage, woran David Dowell im Dezember 2018 genau gestorben ist und warum die Ärzte ihm nicht helfen konnten. In einem Interview mit der australischen "Brisbane Times" erzählte die Schwester des 34-Jährigen nun, was an dem verhängnisvollen Abend passierte und welche Schmerzen der Vater von drei kleinen Mädchen in den zehn Tagen bis zu seinem Tod erleiden musste.

Magen-Darm? Nein, eine Salmonellenvergiftung

Am 25. Juni wäre David Dowell 35 Jahre alt geworden. Doch statt mit ihren Dad zu feiern, schickten seine Frau und die drei Töchter am Logan River Papierschiffchen auf die Reise. Darauf geschrieben: Dinge, die sie ihm vor seinem Tod nicht mehr sagen konnten. "Er war einfach ein toller Mensch und die Kinder haben einer der besten Papas der Welt verloren", erinnert sich Hannah in der "Brisbane Times" an ihren Bruder. Doch was passierte an jenem schicksalhaften Dezembertag auf der Party, die David letztlich das Leben kostete?

Tod Schnecke 18.25Demnach fühlte sich Dowell am Tag nach der Christmas-Party nicht besonders wohl – tat es aber als den üblichen Hangover nach einer Nacht mit etwas mehr Alkohol ab. Tags darauf habe er sich dann aber heftig übergeben, berichtete Dowells Schwester. Der Auswurf war grün. Seine Frau rief einen Krankenwagen. "Als sie am Krankenhaus ankamen, wollten sie ihn zunächst nicht aufnehmen. Die Ärzte glaubten an einen harmlosen Magen-Darm-Infekt." Nur eine Nacht später diagnostizierten die Mediziner am Mater Hospital in Brisbane eine Salmonellenvergiftung.

Durchfall, Magenkrämpfe, Fieber und Erbrechen 

Salmonellen sind Bakterien, die weltweit in gleich- und wechselwarmen Tieren und Menschen leben. Unter anderem kommen sie in (rohen) Eiern und Geflügelfleisch vor, das von mit Salmonellen belasteten Hühnern stammt. Menschen infizieren sich häufig auch über Lebensmittel, die unhygienisch gelagert wurden. Die Bakterien heften sich an die Dünndarmzellen, vermehren sich und führen zu Durchfall, Magenkrämpfen, Fieber und Erbrechen. Auch Dowells Frau glaubte zunächst, ihr Mann habe auf der Party verseuchtes Hühnchenfleisch gegessen und sich dabei die Salmonellenvergiftung eingefangen. Dann meldete sich eine Freundin bei ihr.

Gecko-Mutprobe: Hat er oder hat er nicht?

"Oh, David hat an dem Abend einen Gecko gegessen", glaubte die sich zu erinnern. Hat sich der 34-Jährige mit dem Kriechtier vergiftet? Seine Ärzte konnten das nicht ausschließen, denn auch die kleinen Echsen können Salmonellen in sich tragen. Plötzlich gab es Zweifel, ob David tatsächlich einen Gecko verspeist hatte. "Es war wohl eine Mutprobe und vielleicht hat er so getan als würde er ihn essen, ihn dann aber doch weggeworfen", spekuliert Davids Schwester sechs Monate nach dem Tod des Bruders. "Wir wissen es einfach nicht", sagt sie verzweifelt. Ein Arzt von der University of Queensland hält die Theorie für durchaus plausibel. "Viele wechselwarme Tiere tragen Salmonellen in sich, unter anderem Schildkröten, Schlangen, Frösche und auch Geckos", so Dr. Mark Turner in der "Brisbane Times".

Familie sicher: "David ist von innen verfault"

David Dowells Zustand verschlechterte sich nach der Diagnose dramatisch. Aufgebläht, wie eine im sechsten Monat schwangere Frau, habe er ausgesehen. Der Urin schwarz, das Erbrochene grün. Dazu füllte sich die Lunge mit Flüssigkeit. Ein qualvoller Anblick für seine Angehörigen. Dowell Mutter soll die Ärzte angefleht haben, ihren Sohn zu operieren. Doch sie lehnten ab. Derweil sickerte Flüssigkeit aus dem Magen, die Hoden schwollen auf die Größe von Grapefruits an. "Die Ärzte meinten, es sei normal, dass Flüssigkeit aus den Hoden läuft. Das sei nur die Flüssigkeit aus der Magenhöhle", schildert Dowells Schwester die letzten Stunden am Krankenbett ihres Bruders, der inzwischen in ein künstliches Koma versetzt worden war. Kurz darauf versagten seine Organe. Er sei sozusagen von innen verfault, sagt die Familie. Vorwürfe, die Ärzte hätten den Fall auf die leichte Schulter genommen und erst reagiert als David auf die Intensivstation verlegt werden musste, wies das Mater Hospital in einer Erklärung zurück.

Ein Gerichtsmediziner habe festgestellt, dass Dowell im Mater Hospital angemessen und sorgfältig behandelt wurde und keine weiteren Maßnahmen erforderlich gewesen seien. Im Weiteren versteckten sich die Verantwortlichen hinter der ärztlichen Schweigepflicht, die auch in Australien gilt.

Quelle: "Brisbane Times"

Haariges Problem: Damenbart entfernen – die besten Tipps für glatte Haut

Written By: Anna Stefanski - Jul• 02•19

Auch wenn die Gesichtsbehaarung bei Frauen etwas vollkommen Natürliches ist, empfinden viele von ihnen einen Damenbart als unangenehm: Sprich vereinzelte Härchen, die viel dunkler sind als der gewöhnliche Flaum an Wangen, Kinn und Oberlippe – und somit deutlich erkennbar. Das wiederum ist für Betroffene oftmals ein ästhetisches Problem, für das sie sich insbesondere in der Öffentlichkeit schämen. Wie es zu dem unerfreulichen Bartwuchs kommen kann und mit welchen Tipps ein Damenbart leicht entfernt wird, erklären wir Ihnen hier.

Warum bekommen Frauen einen Damenbart?

Dass normalerweise nur Männer einen Bart bekommen, hat einen guten Grund – und der liegt in ihren Genen: den männlichen Geschlechtshormonen, auch Androgene genannt. Das Bekannteste unter ihnen ist das Testosteron, welches u.a. für den Haarwuchs verantwortlich ist. Frauen produzieren das Hormon ebenfalls, allerdings in so geringen Mengen, dass es normalerweise keinen Einfluss auf den Haarwuchs hat. Werden jedoch deutlich mehr männliche Hormone gebildet, bekommt die betroffene Frau einen Damenbart. Im Fachjargon wird das hormonelle Ungleichgewicht auch Hirsutismus genannt, unter dem knapp vier Millionen Frauen leiden.

Leider ist das nicht der einzige Grund, der zum vermehrten Haarwuchs im Gesicht führen kann. Zu den häufigsten Ursachen für einen Damenbart gehören – neben der Überproduktion an Testosteron – folgende:

  • die Wechseljahre, auch Menopause genannt
  • Erkrankte Eierstöcke oder Nebennieren
  • die Einnahme von speziellen Hormonpräparaten

So können Sie einen Damenbart entfernen

1. Rasieren

Das einfachste und günstigste Vorgehen, einen Damenbart zu entfernen, lautet: Rasieren Sie ihn einfach ab. Allerdings birgt diese Methode auch einen Nachteil: Die Härchen wachsen schnell wieder nach und hinterlassen somit – wie beim Rasieren der Beine – ein stoppeliges Gefühl auf der Haut, das viele Frau nicht so gerne mögen. Aus diesem Grund sollten Sie sich vorher gut überlegen, ob diese Methode die richtige für Sie ist. In dem Fall können Sie einen Rasierer verwenden, der speziell zum Entfernen von Damenbarthaaren entwickelt wurde.
Den Elektrorasierer gibt es hier.

2. Zupfen

Damenbart mit Pinzette

Sofern nur ein paar einzelne Härchen auf der Oberlippe zu sehen sind, ist eine Rasur überflüssig. Wer sich davon dennoch optisch gestört fühlt, kann zur Pinzette greifen. Das Auszupfen ist zwar nicht ganz schmerzfrei, dafür jedoch unkompliziert und kostengünstig. Allerdings hat diese Methode auch einen Nachteil: Die Härchen wachsen relativ schnell wieder nach.
Eine Pinzette bekommen Sie hier.

3. Epilieren

Ähnlich wie beim Auszupfen mit der Pinzette werden die Damenbarthaare beim Epilieren samt Wurzel aus der Haut gezogen. Das klingt nicht nur unangenehm, sondern ist es meistens auch. Dafür bleibt die Oberlippe aber auch – bei erfolgreicher Anwendung – bis zu drei Wochen lang glatt. Leider besteht auch hier die Gefahr, dass die feinen Härchen während der Behandlung abbrechen, insofern müssen Sie hier behutsam und gründlich vorgehen. Am besten geeignet für den Damenbart sind sogenannte Gesichtshaar-Epilierer: Dabei handelt es sich um eine Spirale, die man so verbiegt, dass sich eine Schlaufe bildet. Die daraus resultierende Mitte wird über die gewünschte Hautpartie immer wieder hin und her bewegt.
Den Gesichtshaar-Epilierer gibt es hier.

4. Wachs und Zuckerpaste

Damenbart wachsen

Wer sich schon einmal die Beine wachsen lassen hat, weiß, wie effektiv – aber auch schmerzhaft – diese Behandlung sein kann. Doch man wird für die Qualen belohnt: bis zu vier Wochen lang bleibt die Haut glatt und geschmeidig. Unabhängig davon, wo die Haare entfernt wurden. Aus diesem Grund kann auch der Damenbart mithilfe von Wachs oder Zuckerpaste entfernt werden. Vorausgesetzt, die Härchen sind mindestens drei Millimeter lang. Andernfalls werden die Haarwurzeln durch das ruckartige Abziehen des Vliesstreifens nicht mit entfernt und wachsen fröhlich weiter. Zudem sollten Sie noch wissen, dass empfindliche Haut durchaus gereizt auf das Waxing und Sugaring reagieren kann – in dem Fall sollten Sie sich lieber in die professionellen Hände einer Kosmetikerin begeben.
Ein Wachs-Set finden Sie hier.
Die Zuckerpaste gibt es hier.

5. Bleichen

Wenn Sie die Härchen auf der Oberlippe stören, aber (noch) nicht bereit sind, diese zu entfernen, gibt es eine weitere schonende Methode: das Bleachen. Dafür benötigen Sie eine spezielle Paste auf Wasserstoffperoxid-Basis, die Sie auf den Damenbart auftragen und kurz einwirken lassen – auch hier sollten Sie sich an die empfohlene Zeit auf dem Beipackzettel halten. Das Bleichmittel bewirkt, dass den lästigen Härchen die Farbe entzogen wird und sie somit erblassen. Das hat den Vorteil, dass Ihr Damenbart weniger ins Auge sticht, die Gesichtsbehaarung ist dafür immer noch die gleiche. Hinzukommt, dass Sie den Bleichvorgang bereits nach ein bis zwei Wochen wiederholen müssen. Eine günstige, schmerzfreie Methode, wenn Sie nur ein paar Haare aufhellen wollen.
Die Bleichcreme finden Sie hier.

6. Enthaarungscreme

Damenbart bleachen

Ein Klassiker zum Entfernen lästiger Härchen ist die Enthaarungscreme. Im Gegensatz zu den anderen Methoden ist diese vollkommen schmerzfrei – dafür ist der schwefelartige Geruch alles andere als angenehm in der Nase. Hinzukommt, dass Ihr Gesicht durch die Creme gereizt werden könnte, sofern Sie sich nicht an die genaue Einwirkungszeit halten. Unangenehme Hautreizungen wären die Folge. Dafür ist die Anwendung kinderleicht.
Die Enthaarungscreme gibt es hier.

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